„Gesundheit ist politisch! Was ist uns Chancengerechtigkeit als Gesellschaft wert?“ – unter diesem Leitthema fand am 16. und 17. März 2026 der Kongress Armut und Gesundheit in Berlin statt. PROTECT.Ing beteiligte sich mit einem Fachforum zu der Frage, wie besondere Schutzbedarfe geflüchteter Menschen besser erkannt und berücksichtigt werden können.
Nach einem einführenden Vortag von Alva Träbert (Zivilgesellschaftliche Fachstelle zur Identifizierung und Umsetzung besonderer Schutzbedarfe) zum rechtlichen Rahmen und zum aktuellen Stand stellte das PROTECT.Ing-Team Projektergebnisse vor. Im Fokus standen dabei unterschiedliche Herangehensweisen innerhalb einer komplexen Akteurslandschaft, Beispiele guter Praxis sowie zentrale Voraussetzungen dafür, besondere Schutzbedarfe besser zu erkennen. Zudem gab es Einblicke in technologische Entwicklungsansätze des Projekts.
Andrea Haefner vom Berliner Netzwerk für besonders schutzbedürftige Menschen zeigte anschließend anhand des Berliner Verfahrens, wie systematische Prozesse zur Identifizierung und Versorgung von besonders schutzbedürftigen geflüchteten Menschen gestaltet werden können. Zugleich machte sie auf einige Herausforderungen aus Perspektive der Zivilgesellschaft aufmerksam, insbesondere auf die Überlastung der Aufnahme- und Regelsysteme sowie unzureichende Kapazitäten.
In der Diskussion mit rund 60 Teilnehmenden wurde deutlich, dass angesichts aktueller Entwicklungen, etwa der Verschärfung rechtlicher Regeln im Zuge der GEAS-Reform und gesellschaftlicher Herausforderungen, weiterhin großer Handlungsdruck besteht. Zugleich wurde betont, wie wichtig es ist, bestehende Spielräume zu nutzen und sich für eine adäquate Versorgung von geflüchteten Menschen und für deren Rechte einzusetzen.